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Kenia aktuelle Situation
Kenia und Unruhen

Kenya und die Unruhen nach den Wahlen!

Christine & Samuel Franz, E-Mail: csfranz@gfi-ministries.org

Hallo ihr Lieben!
Die Wahlen sind dieses Mal nicht so friedlich verlaufen wie 2002!
2 Kandidaten mit etwa gleicher Anzahl an Stimmen treten gegeneinander an. Kibaki (Ablöser von Moi), seit 2002 im Amt, gewann mit ganz knapper Mehrheit gegenüber Odinga.
Sobald das Wahlergebnis bekannt gegeben wurde, ließ er sich als Präsident in seinem Amt vereidigen.

Kibaki wird vornehmlich von den Kikujus (einer der größten Stämme in Kenia) vertreten. Dadurch richten sich nun die meisten anderen Stämme gegen die Kikujus. Da die Kikujus sehr fleißig und anpassungsfähig sind, findet man sie in allen wichtigen Positionen des Landes. Sie sind es, die das Geld „machen" und oft in Leitungspositionen zu finden sind.
Odinga möchte heute Nachmittag seine Anhänger im Uhurupark (NBI) versammeln und sich als „Gegenpräsidenten“ ausrufen lassen.

Es gibt zur Zeit große Unruhen in Kenia. Viele Hütten der Kikujus stehen in Flammen. Da unser Grundstück Sicherheit bietet, haben wir 3 bedrängte Familien hier untergebracht (u. a. mit einem 2 Tage altem Baby!) Sie brachten ihr Hab und Gut mit sich, denn sie wissen nicht, ob ihre Häuser ebenfalls Plünderung und Brandt zum Opfer fallen.

Die Läden sind geschlossen wegen Plünderung, Benzin gibt es auch nicht mehr (unseren Tank hatten wir vorher noch gefüllt), die Straßen sind unsicher und Daniels Schule ermöglicht den Schülern später anzureisen, wenn wieder Ruhe einkehren sollte. Manche Straßenstände bieten noch Gemüse und Obst zu erhöhten Preisen an. Gott sei Dank schätzte Samuel die Situation vor der Wahl richtig ein und legte mir ans Herz, einen Großeinkauf zu veranstalten. Uns persönlich geht es so weit gut. Die Rassenkämpfe werden nicht direkt in unserem Wohngebiet ausgetragen.

Danke, wenn ihr auch in euren Gemeinden mit für die Situation hier betet. Aus Sicherheitsgründen senden wir euch keine detaillierten Nachrichten. Diese entnehmt ihr besser der Tagesschau!

Ganz herzliche Grüße von Samuel, Christine, Eva und Daniel Franz



Zuspitzung der Lage in Eldoret!

Ihr Lieben!
Danke, dass Ihr hinter uns steht! So viele von euch schreiben uns und versichern uns, dass sie für uns beten! Das ist toll!!!
In Eldoret wurde die Situation immer schlimmer. In einem Stadtteil wurden
unschuldige Menschen mitten auf der Straße massakriert und erschossen. In einem Armenviertel Eldorets sammelte man am nächsten Morgen die Leichen auf und schichtet sie in Geländewagen. Es geht nicht mehr nur noch um Politik oder Stammesfehden, hier ist dämonische Gewalt am Wirken. Man berichtet von vielen vergewaltigten Frauen und Kindern, die in diesen Tagen in Krankenhäuser gebracht werden.
Überall flüchten die Menschen, aber sie wissen nicht wo sie Sicherheit finden können.
Einige flüchteten auch zur GFI-Base, so dass unser Grundstück in wenigen Tagen zu einem Flüchtlingslager verwandelt wurde. Alle Matratzen, die zu finden waren, wurden nun genutzt und überall Notlager errichtet. Keiner durfte sich draußen blicken lassen, alle blieben mucksmäuschenstill und die Atmosphäre war dementsprechend bedrückend. In der Ferne sahen wir Rauchschwaden immer wieder aus anderen Richtungen wabern.
Eines abends kam sogar eine 14 köpfige Familie, um Unterschlupf zu suchen. 12 Kinder, alle unter 15, waren so leise, dass man sie kaum hören konnte! Am nächsten Morgen quetschten sie sich um Punkt 6 wieder in ihren Kleinbus, um ihre Flucht fortzusetzen!

Als auch noch Internet und Telefon in Eldoret ausfiel, wurde uns ganz schön mulmig! Wie soll man die Botschaft verständigen, wenn man keinen Kontakt mehr zur Außenwelt halten kann? Die Freunde von unserer australischen GFI-Base rieten uns dringend an, Eldoret so bald wie möglich zu verlassen. Da die Straßen sind überall blockiert sind, gab es nur den Weg durch die Luft. Die Fluggesellschaft MAF war bereit, uns herauszufliegen und gab uns kurzfristig einen Flugtermin. So packten wir Mittwoch, zusammen mit Familie Peter Franz, innerhalb von dreieinhalb Stunden alle wichtigen Habseligkeiten zusammen, um nach Nairobi zu fliegen. Dort sind wir bei Freunden untergekommen und warten jetzt erst einmal ab, was politisch werden wird!

Unsere Wohnungen dürfen aber weiterhin Schutzsuchenden dienen. Wir haben einem sehr verantwortungsbewussten, kenianischem Pastor die Schlüsselgewalt übertragen.
Leider können wir im Moment nur hin und wieder Mails abrufen und senden, so seid nicht traurig, wenn wir euch in dieser Phase nicht immer gleich oder persönlich antworten können. Wir halten euch aber per Rundmail, wann immer wir die Möglichkeit dazu haben, auf dem Laufen.

Ganz, ganz herzlichen Dank für eure Gebete!!!!!

In Liebe verbunden
Eure Samuel, Christine, Eva und Daniel Franz



Die Lage entspannt sich!

Alles wieder ziemlich okay bei uns! Sogar die Läden haben wieder Lebensmittel und man kann sich wieder außerhalb des Hauses bewegen und in die Stadt fahren. (Für alle Fälle haben wir aber immer noch unseren Wassertank zum Feuer löschen auf dem Balkon)

Es gibt viele Flüchtlingslager rund um Eldoret und man spricht auch von 100.000 Flüchtlingen in Nakuru. Das Rote Kreuz und auch andere Hilfsorganisationen haben die Lage inzwischen sehr gut in den Griff bekommen. Wir überlegen, in den nächsten Tagen in diesen Lagern evangelistische Filmeinsätze zu machen. Meist zeigen wir auch in diesem Zusammenhang einen Film zur AIDS Aufklärung. Unsere Mitarbeiter kommen wieder zurück und versuchen, günstige Wohnungen in sicheren Stadtgebieten zu finden.

Kalonzo ist von Kibaki als Vizepräsident ernannt worden und das war eine sehr gute Entscheidung! Kalonzo hat sich in dieser schwierigen politischen Lage sehr vermittelnd, Frieden stiftend und weise verhalten. Man erzählt sich, er sei Baptist und Christ. Natürlich ist die Lage noch nicht sicher und man muss immer noch mit allem rechnen, da die politischen Verhältnisse nach wie vor ungeklärt sind. Für nächsten Dienstag sind wieder Demonstrationen angesagt. Drei mal wurden sie ja inzwischen unterbunden. Wenn sie stattfinden würden, würde landesweit viel Blut vergossen werden!
Danke für alle eure Gebete!

Herzliche Grüße von Samuel und Christine Franz



Das Auswärtige Amt

hat auf die sich entspannende Lage in Kenia reagiert und seinen Reisehinweis gestern aktualisiert. Zwar rät die Behörde weiterhin von nicht notwendigen Reisen in das ostafrikanische Land ab. Allerdings wird jetzt nicht mehr „dringend" abgeraten. Laut Kenya Tourist Board hat sich die Situation im Land weitgehend beruhigt. Von einigen Veranstaltern würden auch wieder Stadtrundfahrten in Nairobi und Mombasa angeboten. Meldungen, wonach Urlauber ihre Hotels nicht verlassen dürfen und keine Safaris mehr durchgeführt werden, werden vom Kenya Tourist Board nicht bestätigt. Es habe keine Unterbrechung der Safari-Programme gegeben. Auch Ausflüge von den Küstenhotels würden regelmäßig durchgeführt.

Nairobi (DT/dpa) In Kenia zeichnet sich möglicherweise ein Ausweg aus der Krise nach der umstrittenen Präsidentenwahl ab. Oppositionsführer Raila Odinga ging prinzipiell auf den Vorschlag von Präsident Mwai Kibaki ein, der am Samstag eine Regierung der nationalen Einheit angeboten hatte. „Wir bieten eine Übergangsregierung zwischen Kibakis und meiner Partei an“, sagte Odinga der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montagsausgabe). Diese Koalition solle binnen drei Monaten eine Wiederholung der Präsidentenwahl vorbereiten. Von einer ursprünglich geforderten Neuauszählung der Wahlzettel - wie sie auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vorgeschlagen hatte - rückte Odinga ab. „Die Dokumente sind in den vergangenen Tagen gefälscht worden. Sie noch einmal auszuwerten, macht keinen Sinn.“
NAIROBI, 8. Januar 2008 (ZENIT.org) Die kenianischen Bischöfe fordern ein Ende der Gewalt, der bisher rund 600 Menschen zum Opfer gefallen sind, und die Überprüfung der umstrittenen Wahlergebnisse.

In einem am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamem Appell, der von Kardinal John Njue von Nairobi und 23 weiteren Mitgliedern der Kenianischen Bischofskonferenz unterzeichnet worden ist, wird die Untersuchung der Manipulationsvorwürfe bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen gefordert.
Aufräumen nach den blutigen Unruhen in Kenia. „Glücklich, wieder im Stau zu stehen''
Mehr als 600 Menschen sind den blutigen Unruhen in Kenia zum Opfer gefallen, eine Viertelmillion Menschen wurden vertrieben. Nun kehrt langsam wieder der Alltag ein. Und die Kontrahenten Odinga und Kibaki warten auf die Ankunft des Vermittlers aus Ghana.

Von Wim Dohrenbusch, ARD-Hörfunkstudio Nairobi

Wie groß die Verluste wirklich sind, das merkt man oft erst beim Aufräumen. In dieser Situation befindet sich derzeit Kenias Finanzminister Amos Kimunya. Seine Schadensbilanz nach den Unruhen der letzten Woche fällt gemischt aus. Er gehe von einem Verlust von mindestens einer Milliarde US-Dollar aus. Aber glücklicherweise sei die kenianische Volkswirtschaft sehr robust. „Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir uns in nicht so ferner Zukunft von dem Rückschlag erholen werden“, sagte der Finanzminister.

Alle größeren Städte kehren inzwischen weitgehend zur Normalität zurück. Banken und Geschäfte sind geöffnet, Handwerks- und Industriebetriebe haben ihre Produktion wieder aufgenommen. Zum ersten Mal sei er glücklich gewesen, wieder im Stau zu stehen, sagt Kimunya. Die rund 250.000 Vertriebenen und Obdachlosen werden von Hilfsorganisationen versorgt. LKWs liefern Lebensmittel und Kleidung in den zahlreichen Notunterkünften ab.