Missionsreise 2007
Infos über Pemba
Kontakt
Newsletter
Unterstützung
Kindercentrum Zimpeto
Die Erweckung
Die Ernte
Mocambike Reise 2003
Silkes Reisebericht
Simones Tagebuch
Afrikanische Impressionen
Geschichte Mosambikes
Allgemeine Infos
Wichtige Infos
Wissenwertes
Henry und Monica
Zachary Thitu und Elizabeth
Reise 2008
Missionsreise 2008
Kenia aktuelle Situation
Geschichte über Pemba

Pemba in der Provinz Cabo Delgado

Die nördlichste Provinz des Landes ist eine besonders widerspenstige. Die hier ansässigen Völker, hauptsächlich Makua, Yao und Makonde, gelten als ausgeprägt freiheitsliebend und eigenständig. Hier dauerte es am längsten, ehe die Portugiesen Fuß fassen und die Region kolonisieren konnten. In Cabo Delgado nahm viel später auch der bewaffnete Unabhängigkeitskampf gegen die europäische Fremdherrschaft seinen Anfang. Mit 16 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die 77 867 km2 große Provinz nur dünn besiedelt.



Stadt Pemba

Die riesige Inlandbucht Baia de Pemba ist in Art und Ausmaß einzigartig in Mosambik. Hinter einem nur 2,5 km breiten Eingang öffnet sich die Bucht landeinwärts zu einem 375 kmz großen See, dessen durchschnittliche Tiefe 24 m bei 19 km Durchmesser beträgt. Pemba liegt am südlichen Eingang zur Bucht auf einer erhöhten Landzunge. Diese Lage über der türkisfarbenen Bucht und dem offenen, dunkelblauen Ozean, der von strahlend weißen Stränden gesäumt ist, geben Pemba ein besonderes Flair. Von fast überall bieten sich in der Stadt Ausblicke auf das Meer. Die gute Verkehrsanbindung und die berühmten Strände haben Pemba zu einem Lieblingsplatz der Entwicklungshilfeorganisationen und Baufirmen aufgewertet. Ist man als Tourist auf dem Weg nach Norden, wird von Pemba stets in sehnsuchtsvollen Tönen geschwärmt, die suggerieren, hier läge das Paradies in einer ansonsten wilden und abgeschiedenen Landesregion.



Stadtgeschichte

Der erste Besiedlungsversuch reicht bis 1857 zurück, als Portugal hier ein landwirtschaftliches Zentrum aufbauen wollte und dazu Land an 36 europäische Siedler vergab. Die Bodenqualität erwies sich jedoch als zu wenig fruchtbar und das Projekt versandete. Erst 1904 setzte in Porto Amelia, wie Pemba damals genannt wurde, eine städtische Entwicklung ein. Ausschlaggebend war die Verlegung des Hauptquartiers der Niassa Company von Ilha lbo an diese Bucht. Die Konzessionsgesellschaft war damals zur Verwaltung und Ausbeutung der portugiesischen Gebiete nördlich des Rio Lürio berechtigt. Innerhalb der nächsten 25 Jahre wuchs die Ortschaft zu einer 1 600-köpfigen Gemeinde an, von denen 67 weißer Hautfarbe waren. Die weitere Entwicklung verlief kontinuierlich und unspektakulär. Während beider Kriege blieb Pemba von Zerstörungen relativ verschont. Die moderne Provinzhauptstadt regiert heute über eine sehr schwach entwickelte Region und genießt vor allem wegen dieses Gegensatzes eine große Bedeutung für den Norden des Landes. Die Einwohnerzahl der nördlichsten Großstadt Mosambiks ist inzwischen auf mehr als 50 000 angewachsen, Makua bilden die stärkste Volksgruppe.



Stadtübersicht

Die EN 106 läuft als Stichstraße direkt in das Zentrum Pembas. Erhöht zwischen Bucht und Ozean liegt das moderne Geschäftszentrum der Stadt. Es beginnt am Denkmal mit dem Globus an der Avenida 25 de Setembro. Diese Avenida und die Avenida Eduardo Mondlane bilden die Hauptgeschäftsstraßen der Stadt.An der nördlichen Landspitze schließt sich daran der älteste Stadtteil, die Baixa mit dem Hafen an. Die berühmten Strände von Wimbe Beach liegen 5 km außerhalb von Pemba an der dem offenen Meer zugewandten Seite. Zwischen Pemba und Wimbe liegen verschiedene Bairros, einfache Vororte. Solche Bairros bestehen zumeist aus zahlreichen eng aneinander geschmiegten schilfgedeckten Lehmhütten zwischen anmutigen Kokospalmen.



Sehenswürdigkeiten

Pemba bietet keine Sehenswürdigkeiten, die es in klassischer Manier abzuklappern gilt. Vielmehr sind es Eindrücke und Stimmungen, die man sammeln und genießen kann. Als besonders Erlebenswert stufen wir den offenen Straßenmarkt ein. Allein die exotische Szenerie der engen Gassen voller Marktstände zwischen den Lehm- und Bambushütten, umrahmt von unzähligen Kokospalmen, ist unvergleichlich. Hier wird besonders augenscheinlich, wie weit man sich vom Süden entfernt und Ostafrika genähert hat. Der Islam prägt Kleidung und Gebaren der Menschen; Swahili-Laute und ostafrikanische Musik klingen fremdartig in den Ohren, im Hintergrund verstärkt der Ruf des Muezzin diese Eindrücke. Im dichtem Gewühl wechseln hier Stoffe, Gewürze, Plastikschalen, Seife, Obst und Gemüse ihre Besitzer. Sehr eng geht es zu; es wird gedrängt und geschoben, dazwischen versuchen hupend Fahrzeuge durch die Gassen zu gelangen. Ein Fest für die Sinne!
Im kolonialen Stadtzentrum gibt es wenige Gebäude, die einer speziellen Erwähnung bedürfen. Der Regierungspalast wird bewacht und darf nicht fotografiert werden. Versäumen Sie nicht, in das Hafenviertel hinab zu fahren. Schon die Aussicht von der Rua No. III ist spektakulär: Hinter dem einfachen Hafenviertel liegen die Dhaus in der türkisfarbenen Bucht, die Szene wirkt wie aus längst vergangenen Zeiten. Der kleine Fischmarkt in der Altstadt hat schon bessere Zeiten erlebt, wie auch viele der baufälligen Gebäude und Mauern dieses Viertels.Das touristisch größte Potenzial hat natürlich Wimbe Beach



Wimbe Beach - Der weiße Strand

Was den weißen Strand von Wimbe, 5 km östlich von Pemba, so berühmt macht, sind die wiegenden Kokospalmen, die noch zur Kolonialzeit von den Portugiesen angepflanzt wurden. Die rauschenden Palmen am azurblauen Ozean befriedigen offensichtlich eine tiefe Sehnsucht nach dem klassischen Klischee. Inmitten dieses tropischen Kokoshains liegt die Bungalowanlage Nautilus, dahinter reihen sich private Ferienhäuser aneinander. Nur an den Wochenenden wird Wimbe zum Rummelplatz der Sonnenhungrigen und Wasserratten, tönen aus den Lautsprechern Beat und Pop, gilt hier die uralte Regel vom „Sehen und gesehen werden". Wochentags bleibt es noch ruhig, obwohl Wimbe großes touristisches Potenzial nachgesagt wird und einige Privatleute und Entwicklungshilfeorganisationen eifrig damit beschäftigt sind, neue Bungalows und Gästehäuser zu errichten. Ehe man sich versieht, hat man Wimbe auch schon durchquert und die Teerstraße geht in eine Sandpiste über. Wer hier noch weiterfährt, gelangt nach 2 km an den Campingplatz und anschließend zu zahlreichen Buchten, an denen man picknicken und baden kann. Kokospalmen stehen hier keine mehr, die gibt es nur mitten in Wimbe. Dafür schließen sich an den kleinen Ort riesige Cashewnuss-Plantagen an, und die Küsten sind mit Kasuarinen als Windschutz bepflanzt.Während des Nordost-Monsuns zwischen November und März bläst der Wind beständig vom Meer her. In dieser Zeit kann ein Aufenthalt an den Stränden unangenehm sein.